Gastro Care – Fallstudie

Magengeschwür

Klinische Studie zur Wirksamkeit von Säureblockern, Glutamin und löslichen Ballaststoffen für die Behandlung leichter bis mittlerer Magenulzera beim Pferd

Untersuchende: Dr. Große-Lembeck und Partner, Frau Dr. Susanne Blessing, Pferdeklinik München-Parsdorf, Deutschland
Mit freundlicher Unterstützung von: NutriScience Ltd, Waterford, Irland

ZUSAMMENFASSUNG MAGENGESCHWÜRE BEI PFERDEN

Diese Studie hat die Wirksamkeit einer Kombination aus Säureblocker, Glutamin und löslichen Ballaststoffen (enthalten im Nahrungsergänzungsfuttermittel GastroCare), zur Behandlung leichter bis mittlerer Magenulzera bei Pferden untersucht. 6 Pferden im Training, bei denen man durch eine endoskopische Untersuchung Magengeschwüre verschiedener Schweregrade fand, wurde die Futterergänzung GastroCare über einen Zeitraum von 30 Tagen verabreicht. Danach wurden sie einer weiteren Endoskopie unterzogen. Die Ergebnisse zeigten, dass 5 der 6 Pferde nach 30 Tagen eine beträchtliche Verbesserung der Ulzeration aufwiesen mit einer Reduzierung bzw. dem Verschwinden der gezeigten Symptome.

Diese Studie bestätigte die ursprünglichen Befunde einer Studie von 2005, die zu dem Ergebnis kam, dass die Nahrungsergänzung GastroCare bei Magengeschwüren sowohl für die Prophylaxe als auch für ihre Behandlung bei Pferden einsetzbar ist.

Aufgrund ihrer Zusammensetzung kann das untersuchte Ergänzungsfuttermittel gefahrlos auch bis zum Tag eines Wettkampfes verabreicht werden.

EINLEITUNG

Seit Mitte der 1980er Jahre und der Entwicklung der Gastro-Endoskopie bei Pferden haben Tierärzte entdeckt, dass viele Pferde an Magengeschwüren leiden. In einigen Fällen hätte man das Vorliegen eines Magengeschwürs anfänglich nicht vermutet, da einige Pferde kaum Anzeichen von Unwohlsein oder Schmerz zeigten. Viele Forschungsstudien haben jedoch gezeigt, dass Magenulzera bei Pferden mit einer Inzidenz von bis zu 90% und bis zu 60% bei Fohlen üblich sind.

Die Krankheitsanzeichen bei einem Pferd, das an Magengeschwüren leidet, können sehr unterschiedlich und manchmal fast unmerklich sein; sie reichen von Verhaltensänderungen bis hin zu eindeutigen Koliken bei sehr empfindlichen Pferden. Pferde mit Magengeschwüren können auch mit den Zähnen knirschen oder koppen, andere hören häufig mit dem Fressen auf, lassen Körner in ihrem Futtertrog zurück oder trinken auffällig mehr. Andere Pferde schäumen beim Reiten extrem stark oder bewegen sich klamm in der Hinterhand.

Magenulzera können offensichtlich eine negative Auswirkung auf die Leistung von Pferden haben, vermutlich bedingt durch die Schmerzen, die sie wahrscheinlich bei der Arbeit, aber auch bei der Nahrungsaufnahme auslösen. Pferde, die an Geschwüren leiden, können ihre Kondition einbüßen, Gewicht verlieren, ein stumpfes Fell entwickeln und in der Muskelentwicklung zurückbleiben, obwohl ihre Arbeitsleistung unverändert bleibt. Ihnen fehlt die Energie beim Training oder sie verweigern das Training. Die Pferde in dieser Studie zeigten viele dieser erwarteten Symptome und alle Eigentümer berichteten von Leistungsdefiziten (Tabelle 1).

Die medizinische Standardbehandlung für Magenulzera bei Fohlen und Pferden mit großflächiger Ulzeration ist u.a. Omeprazol, ein pharmazeutisches Produkt, das die Produktion von Säure im Magen hemmt, selbst wenn die Pferde aktiv weiter trainiert werden. Der Preis für diese und ähnlich wirkende Substanzen ist sehr hoch. Der hohe Preis führt dazu, dass das Medikament oft nur in sehr starken Fällen eingesetzt wird und die Behandlung i.d.R. zu früh abgebrochen wird. Dies kann sich für deren Einsatz als beschränkender Faktor erweisen, wie auch die Tatsache, dass es einen Rückfall nicht verhindern kann. Bedauerlicherweise trifft man diese Beobachtung bei Ulzera sehr häufig an. Der Einsatz dieser oder ähnlicher Substanzen unterliegt zudem für die meisten Wettbewerbe strengen Auflagen.

FÜTTERUNG ALS LÖSUNG ZUR BEHANDLUNG VON MAGENGESCHWÜREN

Ein praktischerer Ansatz für die langfristige Prophylaxe und Behandlung ist der Einsatz eines Kombinationsproduktes, das den Säuregehalt des Magens reduziert (durch Erhöhung des pH-Wertes), lokal die Heilung des Geschwürs fördert und die tägliche Ballaststoffaufnahme erhöht.

NutriScience hat das Produkt GastroCare entwickelt, um leichte bis mittlere Magenulzera zu behandeln. GastroCare wird zum einen als Säurepuffer eingesetzt. Zum anderen unterstützt das Glutamin und Lecithin die lokale Heilung und Regeneration der Magenschleimhaut. Zum Schutz der Schleimhaut verwendet NutriScience u.a. Pektin und Lecithin als löslichen Ballaststoff.

Die nachfolgende Studie bewertete GastroCare als einziges Ergänzungsfutter für die Behandlung von Magenulzera bei Pferden.

STUDIENVERLAUF

Magen | PferdIn der Studie wurden die von Kunden zu untersuchenden Pferde mit Verdacht auf Magengeschwür in der Klinik aufgenommen und gastroskopiert. Ergab die Gastroskopie einen Ulzerationsindex von 2 oder höher wurden die Pferde in die Studie mit aufgenommen, sofern 28 Tage vor Beginn der Studie keinerlei Medikation gegen Geschwüre verabreicht wurde.

Alle zu untersuchenden Pferde befanden sich im Besitz von Amateurreitern und abgesehen von der Zufütterung von
GastroCare wurde keine Veränderung ihrer Tagesroutine oder Ernährung vorgenommen. In der Studie wurden den Pferden keine zusätzlichen Medikamente gegen Magenulzera verabreicht.

Tag 0: Untersuchung und Endoskopie gefolgt von 30 Tagen Behandlung mit GastroCare
Tag 30: Untersuchung und Endoskopie

Endoskopieverfahren:

8 bis 12 Stunden vor der endoskopischen Untersuchung wurde nicht gefüttert und 2 bis 4 Stunden vor der Endoskopie wurde nicht getränkt. Die Pferde wurden mit Rompun intravenös sediert. Häufig wurde eine Nasenbremse aufgesetzt, bevor das Video-Gastro-Endoskop über die Nüstern in den Magen eingeführt wurde. Der Magen wurde systematisch abgesucht. Jedes Pferd wurde vom Tierarzt auf einer Skala von 0 bis 5 bewertet. Der gleiche Tierarzt führte die Endoskopie auch am 30. Tag aus.

Magenulzera-Index:

  • 0 = Normale Schleimhaut
  • 1 = Schleimhauterosionen: Hyperämie bzw. Hyperkeratose; oder oberflächliche Schleimhauterosionen.
  • 2 = Leichte Ulzeration: Multifokale oder generalisierte Ulzerationsbereiche, die oberflächlich erschienen mit/ ohne Hyperämie und leichter/ mittlerer Hyperkeratose.
  • 3 = Mittlere Ulzeration: extensive oberflächlich wirkende Läsionen oder tiefere fokale Läsionen mit/ohne Proliferation entlang der Läsionsränder und kleine Blutungen.
  • 4= Schwere Ulzeration: tief wirkende multifokale oder generalisierte Ulzeration mit oder ohne mittlere Schleimhaut-Wucherung entlang der Läsionsränder und aktiver Blutung.
  • 5 = Extensive schwere Ulzeration: ausgedehnte Bereiche tiefer Ulzerationen mit/ohne ausgedehnte Schleimhaut-Wucherungen entlang der Läsionsränder und aktiver Blutung.

Für jedes Pferd wurde ein Auswertungsblatt zu Beginn der ersten und bei der zweiten endoskopischen Untersuchung ausgefüllt, sowie eine kurze Zusammenfassung der klinischen Änderungen wurde schriftlich im Datenblatt festgehalten.

STUDIENERGEBNISSE

6 Pferde wurden ursprünglich in die Studie aufgenommen. Die Pferde wurden dem Tierarzt mit verschiedenen Symptomen vorgestellt (Tabelle 1).

4 von 6 Pferden hatten intermittierende Koliken; 4 von 6 zeigten Verhaltensänderungen. Bei allen 6 Pferden wurde eine verminderte Leistungsbereitschaft beobachtet.

Klinische Symptome (Tabelle 1)

Pferd Fall Nummer

1

2

3

4

5

6

Appetitlosigkeit

Nein

Ja

Nein

Nein

Ja

Ja

Stumpfes Fell

Nein

Ja

Nein

Ja

Ja

Nein

Vermehrtes Speicheln

Nein

Nein

Ja

Nein

Nein

Nein

Gewichtsverlust

Ja

Ja

Nein

Nein

Ja

Nein

Rezidivierende Koliken

Ja

Ja

Ja

Ja

Nein

Nein

Verhaltensänderung

Ja

Ja

Nein

Ja

Nein

Ja

Koppen

Nein

Ja

Nein

Nein

Nein

Ja

Zähne knirschen

Nein

Nein

Nein

Nein

Nein

Nein

Durchfall

Nein

Nein

Nein

Nein

Nein

Nein

Leistungsverlust

Ja

Ja

Ja

Ja

Ja

Ja

Körperl. Zustand (1-9)

5

3

7

6

5

5

Kommentar

Rezidivierende Kolik, Gewichtsverlust 100 kg in 6 Monaten

Rezidiv. Kolik, Verstopfung

schwere Kolik

Leichte Koliksymptome

Nicht trainierbar,
legt sich tagsüber viel hin

Stallwechsel und Herdenstress, leistungsbereit

Endoskopisches Ergebnis (Tabelle 2)

Pferd Fall Nummer

1

2

3

4

5

6

Tag 1

Magenulkus-Index

3

3

4

3

2

4

Kommentar

Lokale Läsionen und Blutung

Schwere lokale Läsionen um den Colon

Leichte Koliksymptome

Blutung

Leichte bis mittlere Entzündung, lokalisiert

grobflächig schwere Läsionen

Gewicht in kg

540

400

650

500

650

400

Tag 30

Magenulkus-Index

0

1

1

0

3

1

Kommentar

keine Koliksymptome mehr

keine Koliksymptome mehr

Noch kleine Läsion mit Hyperkeratose

symptomfrei dem Besitzer zufolge

Keine Veränderung in den Symptomen

Bessere Leistung und ruhigeres Verhalten

Zusammenfassung der Ergebnisse

  • 5 der 6 untersuchten Pferde zeigten signifikante Verbesserungen; der durchschnittliche Ulkus-Index verbesserte sich um 2 oder mehr Punkte.
  • Die 5 Pferde, die positiv ansprachen, hatten nach nur 30 Tagen Behandlung statt der mittleren Ulzeration eine leichte oder gar keine Anzeichen von Ulzeration mehr.
  • Zusätzlich zu der per Endoskop festgestellten signifikanten Verbesserung berichteten auch die Eigentümer, dass sich alle Pferde in Leistung und Verhalten verbessert hätten und keine weiteren Kolik-Symptome aufgetreten seien.

ERÖRTERUNG

Antiacida (Säurepuffer) initiieren die Heilung bei Magenulzera durch das Abpuffern überschüssiger Magensäure und den Schutz der Magenschleimhaut. Es wird auch vermutet, (Lambrecht, 1993) dass einige Antiacida durch die Anregung der lokalen Prostaglandinproduktion die Magenschleimhaut schützen, indem die Durchblutung der Region gefördert wird. Die in GastroCare enthaltenen Antiacida ahmen die Wirkung von Speichel nach, in dem sie einen Teil der Magensäure abpuffern. Das unterstützt den Schutz des oberen Teils des Magens, der über keine Schutzschicht verfügt. Jede Verabreichung von GastroCare bietet in etwa 6 Stunden Schutz.

Der Pectin-Lecithin-Ballaststoff-Komplex hilft die schädlichen Auswirkungen des Rückflusses von Gallensäure durch eine Stabilisierung der Schleimhaut und durch die Erhöhung der Puffer-Kapazität des Mageninhaltes zu verhindern. Lecithin wiederum bildet nach ernährungswissenschaftlichen Erkenntnissen eine stark hydrophobe Schicht und stärkt dadurch die säureabstoßende Schutzschicht der Schleimhautzellen. Der lösliche Lecithin-Pectin-Ballaststoff-Komplex in GastroCare absorbiert einen Teil der überschüssigen Säure und hält so weitere Säure von der Magenwand ab.

Das Glutamin in GastroCare bietet schließlich die essentielle Energiequelle für eine schnellere Regeneration der Magenschleimhaut. Glutamin ist eine Aminosäure und die hauptsächliche Energiequelle für die Enterozyten (Zellen, die die Innenseite des Dünndarms auskleiden).


BIBLIOGRAPHY
Lambrecht, N., Trautman, M., Korohkiewicz R., Role of eicosanoids nitric acid and afferent neurons in antacid induced protection in the stomach. Gut 1993. 34, 329-337.
Murray, M.J., Grodinsky, C., Anderson, C.W., Radue, P.F. and Schmidt, G.R. (1989) Gastric ulcers in horses: A comparison of endoscopic findings in horses with and without clinical signs. Equine Vet J. Suppl 7, 68-72.
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Cargile JL, Burrow JA, Kim I, Cohen ND, Merritt AM. Effect of dietary corn oil supplementation on equine gastric fluid, sodium and prostaglandin E2 content before and during pentagastrin infusion. J Vet lntern Med. 2004 July-Aug; 18(4):545-9.
Begg LM, O'Sullivan CB.The prevalence and distribution of gastric ulceration 345 racehorses.Aust Vet J. 2003 Apr; 81(4): 199-201.
Ferrucci F, Zucca E, Di Fabio V, Croci C, Tradati F. Gastroscopic findings in 63 Standardbred racehorses in training. Vet Res Commun. 2003 Sept; 27 Suppl 1:759-62.
Dionne RM, Vrins A, Doucet MY, Pare J. Gastric ulcers in standardbred racehorses: prevalence, lesion description and risk factors. J Vet Intern Med. 2003 Mar-Apr; 17(2): 218-22.
Lorenzo-Figueras M, Merritt AM. Effects of exercise on gastric volume and pH in the proximal portion of the stomach of horses.
Venner, M., Luffs, S., Deegen, E. (1999). Treatment of gastric lesions in horses with pectin-lecithin complex. Equine Vec. J. Suppl. 29, 91-96.

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